Grillzeit ist Bierzeit. Mitnichten

Das Klischee ist eindeutig: Grill, Fleisch, Bier. Dieses klassische Triumvirat wurde nicht erst seit dem Einzug von Fleischlosem auf den Grillrosten des Landes aufgebrochen. Auch Wein ist bestens dazu in der Lage, dem Bier den Rang abzulaufen. Aber immer schön der Reihe nach – das Grillen beginnt ja auch mit dem Anheizen und nicht mit dem Auflegen.

Starten wir doch mit einem Aperitif. Er ist perfekt, um die Zeit zu überbrücken. Entweder, bis die Kohle endlich brennt oder bis alle Gäste eingetrudelt sind. Oder, um den Grillmeister – oder die Grillmeisterin! – bei Laune zu halten. Ob man nun einen Prosecco oder andere prickelnde Spezialitäten serviert, kommt auf die persönliche Vorliebe an. Es ist aber ratsam darauf zu achten, dass nicht jeder ganz trockene Perl- oder Schaumweine bevorzugt. Österreichischer Winzersekt bietet sich hier geradezu an.

Von wegen Autofahrermischung

Für Autofahrer, Schwangere oder kohlensäureempfindliche Gäste braucht man Alternativen. Mittlerweile gibt es etwa sehr guten alkoholfreien Schaumwein. Gemischt mit frischgepresstem Orangensaft eine erfrischende und vitaminreiche Erfrischung. Für Menschen, den Kohlensäure nicht guttut, empfiehlt sich ein gut gekühlter Terrassenwein, den man entweder nach dem Aperitif oder nach dem Essen weiter trinken kann. Etwa fruchtige, spritzige Weiß- und Roséweine mit gemäßigtem Alkoholgehalt oder ein kühler leichter Rotwein aus tanninarmen Rebsorten.

Für Fleischtiger

Zur klassischen Grillbratwurst passt am besten ein mittelkräftiger Weißwein wie etwa ein Morillon, eventuell auch ein steirischer Sauvignon Blanc oder ein kräftigerer Rosé. Bei Steaks und Schnitzel bestimmen Marinaden oder Dips die Richtung: Je herzhafter diese sind, desto ausdrucksvoller sollte der Weinbegleiter sein.

Viel Knoblauch verlangt in erster Linie Rotwein. Dieser sollte allerdings nicht zu schwer sein, insbesondere wenn die Temperaturen sommerliche Werte erreichen. Da eignen sich etwa ein Merlot oder ein Zweigelt. Zu Lammkoteletts empfiehlt sich auf Grund ihres intensiveren Geschmacks eher ein reifer Blaufränkisch aus dem Mittelburgenland oder  ein eleganter Zweigelt.

Scharf: süß

Bei scharfen Marinaden oder Dips sind vor allem leichte Weißweine mit etwas Restsüße gefragt, etwa ein Riesling aus dem Kamptal oder der Wachau, oder ein Grauburgunder. Dabei gilt: Je schärfer die Begleitung, desto süßer der Wein. Da kann man durchaus auch zu Edelsüßem – von der Spätlese bis zur Trockenbeerenauslese – greifen. Denn ein trockener Wein mit hohem Alkoholgehalt kann die Schärfe schnell ins Unangenehme potenzieren. Und niemand will Gäste, die mit hochrotem Kopf nach Luft schnappen.

Sind hingegen die Marinaden oder Dips eher mild, passen viele Weine in allen Farben dazu. Wir empfehlen einen kräftigen Riesling oder einen steirischen Grauburgunder, aber auch fruchtige Roséweine oder Rotweine wie Spätburgunder und Zweigelt aus der Region Neusiedlersee. Und was passt am besten zu den beliebten Ripperln, den Spare rips? Da kann es ein opulenter, fruchtiger Wein wie ein Pinot Noir sein.

Gemüse und Fisch – nimm’s leicht

Wer gegrilltes Gemüse bevorzugt, wählt am besten einen Weißwein. Zu dezent gewürztem Gemüse passt vor allem ein Rotgipfler-Zirfandler, Grauburgunder oder Chardonnay. Geht es in Richtung kräftig gewürzter Gemüsespieße, eignen sich eher ein Weißburgunder, Grüner Veltliner aus Niederösterreich und – wenn die Würze ins Scharfe abdriftet – ein Roter Veltliner oder Neuburger mit etwas Restsüße.

Für in Folie gegrillten Fisch eignen sich mittelkräftige Begleiter wie Weißburgunder, ein frühroter Veltliner oder Chardonnay. Wird der Fisch hingegen direkt auf dem Grill zubereitet, empfehlen wir neben kräftigeren Weißweinen wie gehaltvollen Rieslingen und Chardonnays durchaus auch einen kräftigeren Rosé. Es eignet sich aber ebenso ein fruchtiger, leichterer Rotwein, etwa ein im großen Holzfass ausgebauter Blauer Portugieser aus dem Weinviertel.

Verleiht Flügel: Weißwein zu Federvieh

Mit Geflügel harmonieren natürlich eher leichtere Weißweine wie die steirischen Vertreter Weißburgunder, Grauburgunder oder Chardonnay, alternativ aber auch ein leichterer Rosé. Wenn allerdings das Geflügelfleisch in kräftigen Marinaden eingelegt oder mit sehr würzigen Dips kombiniert wird, trinkt man am besten dieselben Weine wie für Steaks und Schnitzel.

Somit wünschen wir allen einen genussreichen Start in die Grillsaison! Für weitere Informationen oder Weinempfehlungen kontaktieren Sie einfach Ihren freundlichen Vinothekar unter vinothek@degustibus.at

Unsere Auswahl